3 Million Meter im Wasser

Mit dem Meininger 24-Tage-Schwimmen ging Anfang September eine bundesweit einmalige Aktion zu Ende. Aus der Corona-Not geboren, hatten die Veranstalter kurzerhand aus ihrem traditionellen 24-Stunden-Schwimmen ein 24-Tage-Schwimmen gemacht. Vom 11. Juli bis zum 11. September konnte man an bis zu 24 Tagen an diesem Veranstaltungsformat teilnehmen. Dafür musste man einfach im Meininger Freibad ein paar Bahnen schwimmen und die Distanz in ein persönliches Schwimm-Meter-Sammelblatt eintragen. Diese Möglichkeit nutzten 278 kleine und große Wasserratten und sammelten gemeinsam in Summe 3.303.321 Schwimmmeter. Mit einer Leistung von 151.500 Schwimmmetern verbuchte Sven Eckhardt vom Team Warmduscher die meisten für sich, gefolgt von Markus Egerland (108.100m) und Peter Kaufmann (92.650m). Da der Sieger mit einem Handicap schwimmt, ist seine Leistung umso bemerkenswerter. Bei den Frauen kam Tatjana Egerland mit 69.600 SchwimmMetern auf die größte Distanz, gefolgt von Josefine Rutkowski (68.200m) und Antje Hoffmann (61.000m).


35 Teilnehmer nutzten das Maximum von 24 Schwimmtagen, sieben davon füllten sogar noch ein zweites und drittes Blatt aus. Der älteste Schwimmer war Eberhard Schulze mit 85 Jahren, die jüngsten Starter waren 5 Jahre. Knapp die Hälfte der 24-Tage-Schwimmer kam direkt aus Meiningen, die andere Hälfte aus dem restlichen Bundesgebiet. Es waren aber auch Besucher aus den USA, aus Österreich und der Schweiz auf den Bahnen unterwegs.

Im Fazit sprechen die Veranstalter aus den Reihen der Meininger Wasserfreunde und der Meininger Stadtwerke von einem erfolgreichen Corona-Sonderformat des Schwimmklassikers und hoffen, dass es im nächsten Jahr aber wieder 24 Stunden statt 24 Tagen werden. Und dann auch wieder mit einem buntem Unterhaltungsprogramm am Beckenrand und der legendären Saturday-Night-Party.

Heiter bis wolkig!

MEININGER SCHWIMMKLASSIKER TROTZT WETTER

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung, so sagt man im Volksmund. Beim Schwimmen ist das dann doch noch ein wenig anders. Wenn man erst einmal im beheizten Wasser schwimmt, ist es eigentlich egal ob darüber Sonne oder Regen ist. Aber, man muss sich erst einmal überwinden und ins Freibad gehen. Das fällt bei 25 Grad und Sonnenschein, wie am Samstag, recht leicht. Bei 14 Grad und leichtem Regen, wie am Sonntag, eher nicht. Und so ist es nicht verwunderlich, dass am Samstag die Bahnen voll waren und sich der Streckenzähler rasant drehte. Am Sonntag dagegen war es eher übersichtlich und sogar die Schulstaffel musste erstmals ins Hallenbad ziehen, damit sich die Wechselschwimmer nicht erkälten.

Was bleibt, ist trotz alledem eine gelungene 22. Auflage des Schwimmklassikers, der wieder einige Überraschungen bereit hielt. Aus sportlicher Sicht war es die Leistung von Chris Hoffmann, der mit 82 Kilometern nicht nur persönlichen Rekord schwamm, sondern auch die männliche Deutsche Bestmarke auf eine neue Stufe hob. Optisch war es mit Sicherheit das Ganzkörperkunstwerk „PrachtRegion“ der Bodypainterin Katrin Rausch. Zum 25-jährigen Landkreisjubiläum fand die PrachtRegion nicht ihren Platz auf den Badekappen, sondern auch auf dem Körper von Model Nicole aus Meiningen. Und akustisch glänzden Thomas „Osti“ Ostermann und Jens May mit ihren Antenne Thüringen Kollegen/innen bei einer legendären Radioparty.

In diesem Jahr gab es auch erstmals eine Verlängerung in Meiningen, denn zum Jubiläum der PrachtRegion wurde eine Stunde mehr geschwommen, natürlich für den guten Zweck. In Kooperation mit dem Landessportbund machten die Wasserfreunde den Auftakt für das Projekt „Frauen schwimmen gegen Gewalt“. Die Rhön-Rennsteig-Sparkasse spendete 25 Cent für jede geschwommene Bahn an das Meininger Frauenhaus übergeben.

Im kommenden Jahr planen die Organisatoren aus den Reihen des Bäderteams der Meininger Stadtwerke und Meininger Wasserfreunde den Termin des 24-Stunden-Schwimmens wieder vor die Ferien zu legen und laden alle Wasserratten für den 11. und 12. Juli 2020 in eines der schönsten Bäder Thüringens nach Meiningen ein.

572 AKTIVE BEIM MEININGER 24-STUNDEN-SCHWIMMEN

Wie nahe Freude und Enttäuschung, Glück und Pech, Sieg und Niederlage beieinander liegen, das wissen wohl Sportler am besten. Und so war es auch das Bild des diesjährigen Meininger 24-Stunden-Schwimmen, als die glückliche Olympiasiegerin Mariama Jamanka der enttäuschten Weltrekordlerin Vera Niemeyer etwas Trost spendete. Mit dem Ziel angetreten, als erst Frau mehr als 100 Kilometer zu schwimmen, musste Vera Niemeyer verletzungsbeding nach 4,5 Stunden und knapp 20 Kilometern aufgeben. Bis dahin lag sie voll auf Weltrekordkurs. Gut, dass neben der Sonne und den 572 Wasserratten auch die Schirmherrin Mariama Jamanka das Strahlen zurück ins Freizeitzentrum an der Rohrer Stirn brachte. Da nicht jeder zur Autogrammstunde aus dem Wasser steigen konnte, signierte die Bobolympiasiegerin ganz spontan direkt am Beckenrand. „Das Wetter und die Stimmung der Gäste haben gepasst, also war es eine gute Veranstaltung.“, resümiert Cheforganisator Michael Brenz. Warum bei bestem Wetter nur eine durchschnittliche Teilnehmerzahl gezählt wurde, bleibt den Veranstaltern aus den Reihen der Meininger Stadtwerke und dem Schwimmverein Wasserfreude dennoch ein Rätsel. Ist es doch das erklärte Ziel, dass möglichst viele kleine und große Schwimmer in Wasser gehen, denn jeder Meter zählt. In Summe kam eine Strecke von 2.827,05 Kilometern zusammen, was der Distanz zwischen Meiningen und Ägypten entspricht. Die längste Strecke schwamm Anne Hembd aus Zwickau mit 53,0 Kilometern, die männliche Wertung gewann der Bermbacher Chris-Pascal Hoffmann mit 52,0 Kilometern. Und da nach dem 24-Stunden-Schwimmen auch gleich wieder vor dem 24-Stunden-Schwimmen ist, wurde der Termin für 2019 bereits festgelegt und vom Bürgermeister Fabian Giesder bei der Siegerehrung bestätigt. Am 6. und 7.7.2019 sollen wieder mehr als 600 Besucher ins Wasser gehen und ein neuer Weltrekordversuch von Vera Niemeyer starten.

EINFACH WELTKLASSE!

Wer von der Stadt Meiningen spricht, wird zukünftig neben der Theater- und Sportstadt auch die Bezeichnung Schwimmstadt verwenden können, sogar verwenden müssen. Aus sportlicher Sicht ist Meiningen mit seinem 24-Stunden-Schwimmen spätestens durch den Weltrekord von Vera Niemeyer zum zwanzigsten Jubiläum ganz oben angekommen. Aber es ist viel mehr, was den Meininger Schwimmklassiker ausmacht.

Wenn bis zu 700 Aktive innerhalb der 24 Stunden ins Wasser steigen und Meter für Meter schwimmen, kümmern sich über 250 Ehrenamtliche und das ganze Bäderteam der Stadtwerke Meiningen darum, dass auch außerhalb des Wassers rund um die Uhr für Bewegung und bewegende Momente gesorgt wird. Es ist schon zu einer schönen Tradition geworden, dass sich mehr als ein Dutzend Vereine am Beckenrand präsentieren und damit auch den Stellenwert der Veranstaltung weit über die Schwimmkreise hinaus unterstreichen.

Die Querschläger aus Christes, der Fanfarenzug aus Wasungen und die Meininger Band „Kellerkinder“ sorgten für die akustischen Leckerbissen und mitreißende Klänge. Tänzerisch überzeugten das Musik College Meiningen mit Irish Dance, die Kindertanzgruppe aus Jüchsen, die Bühnenflöhe aus Walldorf, die Teeny-Dance-Group aus Viernau und nicht zuletzt die Modern Style Dancers aus Meiningen mit ihrem Alpenrock auf dem Rohrer Berg. Akrobatik und sportliche Präsentationen vom Feinsten boten der Turnnachwuchs aus der Trainingsgruppe Wasungen und vom Eltern-Kind-Turnen aus Meiningen, die Cheerleader „Daring Devils“ aus Gotha, die Seilsprungspezialisten vom MTV 1860 Erfurt, die Fechter vom KSZU Meiningen und die Landesligaturnerinnen vom TSV Meiningen. Am Samstagabend lockte dann noch eine große Radioparty das feierwütige Volk in eines der schönsten Bäder Thüringens, welches dort bis tief in die Nacht bestens unterhalten wurde.

Auch wenn rings um Meiningen herum und selbst auf dem Meininger Marktplatz parallel attraktive Veranstaltungen stattfanden, freuten sich die Macher des 24-Stunden-Schwimmens über ein sehr hohes Besucherinteresse. Der zweite Weltrekordversuch – die meisten Menschen an einem Ort zu zählen, die sich zeitgleich eine Badekappe aufsetzen – misslang mit 944 statt der geforderten 2050 Teilnehmer zwar klar, aber Diejenigen die dabei waren, hatten solch einen Spaß, dass letztendlich vielleicht die weltweit größte Polonaise dabei herausgekommen ist. Die Meininger Wasserfreunde lassen dies derzeit prüfen.

HALBE DISTANZ ZUM WELTREKORD

Es ist geschafft, unser 19. Meininger 24-Stunden-Schwimmen…

Im letzten Jahr stand der erst 13-jährige Candy-Jack Hoffmann trotz des hervorragenden 2. Platzes noch im übermächtigen Schatten seines großen Bruders Chris-Pascal, der es tatsächlich schaffte, den Deutschen Rekord auf 76.000 Meter zu verbessern.
Dieses Jahr zeigte Candy-Jack jedoch der gesamten männlichen Konkurrenz, wer aus seiner Sicht auf den ersten Platz gehört: Mit einer für dieses Alter sagenhaften schwimmerischen Leistung von 50.950 Metern ließ er den Zweitplatzierten, Dr. Robert Richert von der FH Schmalkalden, um 7.450 Meter hinter sich.

2016 war sein erklärtes Ziel, die 50 Kilometer-Marke zu knacken. Bis dahin war es für Candy ein weiter, mitunter auch sehr beschwerlicher Weg, den er jedoch, auch dank des Supportes aus seiner Familie, dann doch meisterte.
Als er diesen Meilenstein erreicht hatte, waren offenbar noch Zeit- und Kraftreserven da, um sich neue Ziele zu stecken: Die Hälfte des aktuellen Weltrekordes sollte es sein! Und somit schraubte Candy sein endgültiges Ziel noch um weitere 950 Meter auf insgesamt 50.950 Meter. Ist das nicht der Hammer?

Noch weiter als Candy schwamm dieses Jahr jedoch die Vorjahressiegerin bei den Damen, Anne Hembd aus Zwickau.
Anne, unterwegs mit der „Goldenen 13“, legte dieses Jahr eine Strecke von insgesamt 57.000 Metern zurück. Wir gratulieren zu dieser tollen Leistung und ziehen den Hut vor dieser riesigen Energieleistung!

Nachdem sie 2015 in der ewigen TOP10 mit 53.700 m den Rekord bei den Bestweiten der weiblichen Schwimmer erzielte, setzte sie mit ihrer diesjährigen Leistung in Meiningen sogar noch Einen drauf und sorgt so dafür, das auch im Jahr 2016 Rekorde geknackt wurden.
Trotz knapp verfehltem Ziel, 777 Schwimmerinnen und Schwimmer ins Wasser zu bekommen, werten die Organisatoren vom Bäderteam der Meininger Stadtwerke GmbH und dem Meininger Schwimmverein „Wasserfreunde“ e.V. die Veranstaltung als vollen Erfolg.

Dass es sich bei der Mission 777 um ein durchaus realistisches Ziel handelt, zeigen die insgesamt 698 Anmeldungen. Am Ende fehlten lediglich 54 der angemeldeten Schwimmer, es waren im Vorfeld auch viele Zeltplatz-Voranmeldungen eingegangen…

Ja, wir hatten großes Pech: Gegen 19:00 wurde es richtig ungemütlich und Gewitter, verbunden mit kräftigsten Regenschauern, ließen eine störungsfreie Fortführung unseres Schwimm-Klassikers definitiv nicht zu.
Also wurde nach klarer Ansage der leitenden Schwimm-Meisterin die Unterbrechung der Veranstaltung bekanntgegeben und die Anzeige mit dem Count-Down angehalten.

Beispielhaft war die zügige Räumung des Außenbeckens sowie der angrenzenden Anlagen. Ein Lob an Alle. Die Sicherheit aller Teilnehmer im und am Becken hatte absoluten Vorrang!

Es ist verständlich, dass aufgrund der knapp einstündigen Unterbrechung auch einige Starter, die bereits ihren Wettkampf-Pass mit der Schwimmer-ID hatten, von einem Start in das verregnete Außenbecken Abstand nahmen.

Um 20:03 Uhr erfolgte der Restart und der Schwimm-Marathon konnte trotz Regens fortgesetzt werden.
Davon unbeeindruckt zogen die „Goldenen Badekappen“ (Schwimmer, die im Vorjahr in die TOP 20 schwammen) in der Schwimmhalle weiter ihre Bahnen und bekamen teilweise nicht einmal etwas davon mit, was draußen passierte.

Die Unwetter-Unterbrechung sollte jedoch die letzte und einzige Störung der gesamten Veranstaltung bleiben.

Endlich konnte auch das Abendprogramm fortgesetzt werden. Steve Potter & The General Amp ließen sich ihre gute Stimmung nicht vermiesen, waren sie doch sowieso schon in einer für eine Wassersportveranstaltung standesgemäßen Bekleidung erschienen.
In ihre Bademäntel gehüllt, griffen sie ordentlich in ihre Instrumente und begeisterten das Publikum. Und sie spielten lange und richtig gut!

Der Auftritt von ***TERESA WINTER UNPLUGGED*** erfolgte kurzer Hand in den Räumlichkeiten der Gaststätte. Das war passende Club-Atmosphäre, alle rückten zusammen und konnten das Programm —StEcKeR rAuS— mit entschleunigten Rocktiteln, von Piano & Cello begleitet, genießen.

Wer im letzten Jahr dachte, der Besuch der Doppelolympiasiegerin Britta Steffen wäre nicht zu toppen, wurde von den Veranstaltern jedoch eines Besseren gelehrt: Ab Sonntagmittag erwies der aktuelle Weltmeister über 200m Brust, Marco Koch, den Meiningern die Ehre und besuchte die Veranstaltung.
Ein Weltmeister zum Anfassen, noch dazu ein Sportler, der unmittelbar vor Olympia noch nach Meiningen reist, das konnten sich die vielen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen einfach nicht entgehen lassen!
Mit viel Spaß und Freude legte der sympathische Schwimmer einige Bahnen in verschiedenen Schwimmstilen zurück und gab bei der anschließenden Autogrammstunde fleißig Unterschriften.

Die Badekappen-Challange, direkt nach offiziellem Veranstaltungs-Ende um 14:00, bot allen Beteiligten sowie den Zuschauern einen besonderen Spaß.
Ursprünglich durch das DVAG-Juniorteam um Marco Koch ins Leben gerufen, versuchten die angetretenen Mannschaften, möglichst viel Wasser in ihre Wettkampf-Badekappe zu bekommen.

Das Ergebnis überraschte Viele: 22 Wassereimer, also 220 Liter, mussten eingefüllt werden, ehe sich bei der siegreichen Meininger Mannschaft „Haino’s Dream-Team“ die Badekappe verabschiedete. Hier zahlten sich Geduld, Erfahrung sowie Cleverness aus.

Die anschließenden Siegerehrungen fanden, wie so häufig in all den Jahren, bei besten Wetterbedingungen statt.

Was kann als Fazit festgehalten werden?

Das 19. Meininger 24-Stunden-Schwimmen ist erfolgreich verlaufen.
Keine Unfälle, keine Störenfriede und viele, viele strahlende Gesichter bei den Teilnehmerinnen, Teilnehmern und Besuchern, denen ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten wurde.

Es konnten sich sowohl die Spitzensportler als auch die Gelegenheits- und Spontanbesucher hervorragend „austoben“ und ganz nach ihren Vorstellungen die 2-Tages-Veranstaltung einteilen.

Ermöglicht wurde dieses große Schwimm-Event durch ganz viele fleißige Helfer und Sponsoren.
Erst durch ihr Engagement und ihren tatkräftigen Einsatz ist eine Veranstaltung dieser Art möglich und durchführbar!
Wir sagen erneut VIELEN DANK an Alle!

Natürlich auch an alle diejenigen, die von Nah und Fern anreisten, um das 19. Meininger 24-Stunden-Schwimmen entweder das erste Mal oder als Stammgast zu besuchen.

Wir freuen uns immer wieder über jede Besucherin, jeden Besucher, über jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer, die uns die Ehre erweisen.