Meininger Eskorte zum Rekord

Vera Niemeyer bei KM 95,7

Wasserfreunde und Wasserwacht eskortierten

Text: Rüdiger Paura / Meininger Tageblatt

Es war das Sahnehäubchenauf ein ohnehin sehr bewegendes 24-Stunden-Schwimmen der MeiningerWasserfreunde und der Stadtwerke. In seiner 20. Auflage erhob Vera Niemeyer aus Würselen bei Aachen die Meininger Schwimmhalle mit ihrem Weltrekord in den Adelsstand.

Wer nicht dabei gewesen ist mag es kaum glauben. Präzise wie ein Schweizer Uhrwerk zog die 27-jährige Studentin ihre Bahnen und blieb ihrer selbst auferlegten Marschroute treu. Im Durchschnitt spulte sie 4012,5 in der Stunde ab. Anfangs mit etwas mehr Tempo, reduzierte Vera ihre Schlagzahl im Laufe der Stunden und 3852 Bahnen etwas. Überhaupt verließ Vera während der 24 Stunden nur einmal das wohltemperierte Meininger Weltrekordwasser.

Unterstützt wurde sie dabei lange von ihrem Vereinskameraden Lukas Bücker (47 Kilometer), der sie im Parallelflug bis zur Marke von etwa 40 Kilometern begleitete. Danach wurde es eng für die Weltrekordaspirantin, denn sie war erst einmal auf sich allein gestellt.Dabei büßte sie etwas ihr Tempogefühl und den Rhythmus ein. Ihr Polster zur Vorgabe schmolz. Trainer Stephan Zehrer war in den frühen Morgenstundengefragt und
guter Rat nicht so ganz einfach. So wand sich das Euregio Swim Team an die Wasserfreunde mit der Bitte um Hilfe. Ohne lange zu überlegen er
klärte sich der Meininger Rekordhalter Chris Pascal Hoffmann (76 km) bereit, Vera wieder in die Spur zu bringen. „Über drei Kilometer lang haben wir den Rhythmus wieder ins Soll gebracht. Das heißt: Vera schwamm die drei Kilometer, ich nur zwei. Ich habe immer wieder gewartet, um das Tempo dann dosiert hochzuziehen. Eine 1:30 auf 100 Metern schaffe ich immer noch“, erläuterte der Bermbacher.

Seine Leistung ist deshalb so bemerkenswert, da er derzeit eine Ausbildung an der Marineschule ins Flensburg macht, also nicht mehr so umfangreich trainiert und sich zuvor zwischen zwei und vier Uhr bereits mit 9400 Metern den Nachtpokal nach Ansage gesichert hatte. Nach einer Stunde war also alles erst einmal wieder im Lot. Doch die Zeit war noch lang und Vera Niemeyer brauchte weitere Unterstützung.

Eine Zeit lang orientiertesie sich am Bruder von Chris, dem Vorjahressieger Candy Jack Hoffmann. Der erst 14-jährige war erneut bester männlicher Schwimmer mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 51 Kilometern. Dieses Ergebnis verlangte ihm alles ab, denn seine neue Zahnspangerieb, er hatte Schmerzen und konnte nicht richtigessen. In der Zwischenzeit hatten die Wasserfreunde und die Wasserwacht aber eine exzellente Begleitflotte für Vera zusammengestellt. Mit der mehrfachen Landesmeisterin Tina chwabe, der deutschen Nachwuchsauswahlschwimmerin Alina Brenz und der Rettungsschwimmerin Hannah
Zentgraf furchte ein Trio abwechselnd durchs Wasser und setzte die zeitlichen Vorgaben Zehres exzellent um. „Ohne die vier hätte ich das
nie geschafft“, erklärte Vera noch während des Wettbewerbes und war sogar für ein schnelles Foto für Hannahs Mutter Sandy zu haben. Dasgeschah während der letzten größeren Trinkpause um 11.10 Uhr beim Kilometerstand von 93,5. Bereits da war klar, dass die Studentin die 20 Jahre alte Marke von 95,65 knacken würde. „Sie weiß es! Jetzt kommt das Adrenalin hinzu und wenn sie sich kein Bein bricht, ist alles gut“, kommentierte Trainer Zehrer. Ihr Wunsch nach dieser grandiosen Vorstellung: „Eine Pizza essen!“ Danke für tolle 24 Stunden Vera!

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